Im Rahmen des Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit wurde im Juni der Krankenhaus Rating Report 2020 im Format „Ende einer Ära. Aufbruch ins neue Jahrzehnt.“ vorgestellt. Der jährliche Report gilt als das Stimmungsbarometer zur Wirtschaftslage der deutschen Kliniklandschaft.
Starke Regionale Unterschiede, weitere Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und Fachkräftemangel sind das Resümee des Reports. Positiv bewertet wurde, dass sich Krankenhausstrukturen dynamisch weiterentwickelt werden, durch eine zunehmende Ambulantisierung werden Ressourcen entlastet.
Durch die Corona-Pandemie erwarten die Krankenhäuser und Kliniken Deutschlands eine wirtschaftliche Erholung – doch wie kann ein langfristiger Aufschwung erreicht werden?
Moderator der Online-Veranstaltung Dr. Uwe K. Preusker gab diese Frage an die Zuschauer weiter:

„Was ist aus Ihrer Sicht die wichtigste Reform-Maßnahmen für unser Krankenhaus-System nach dem Ende der Corona-Krise?“

Die häufigste Antwort:

Digitalisierung

Die Notwendigkeit für eine zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen wird zunehmend präsenter. Kann die Digitalisierung wirklich ein „Allheilmittel“ sein? Das StellDirVor-Team im Gespräch.

Was sind die größten Barrieren einer Digitalisierung des Gesundheitswesen?

Theda Ockenga: Eine der größten Barrieren bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens ist die mangelnde Betrachtung der Spezifika der Branche. Wir haben es hier mit einer sehr heterogenen Gruppe zu tun, die eins gemein haben: sie haben sich für einen Beruf entschieden, der den Menschen und nicht die Technik in den Mittelpunkt stellt. Mit dem Ergebnis, dass sich die Bandbreite von digital natives bis hin zu digitalen Anfängern erstreckt – die aber alle auf dem Weg mitgenommen werden müssen. Sonst werden – wie in der Praxis oft erlebt – die Maßnahmen als Mehraufwand, und nicht als Entlastung wahrgenommen und stoßen so früher oder später auf Ablehnung.

Sonja Bunzeit: Wie in der Diskussionsrunde schon angesprochen ist nicht vorhandene IT-Infrastruktur im Krankenhausumfeld (und auch in Deutschland allgemein, Stichwort 5G) ein sehr großes Problem. Häufig haben ganze Trakte z.B. keinen W-LAN-Zugang. Im Alltag sehen wir uns zusätzlich dazu zum einen mit Schnittstellen- und zum anderen Datenschutz-Problematiken konfrontiert. Häufig lassen bestehende Systeme keine Integration neuer Tools zu und der Umgang mit Mitarbeiter- und Patientendaten erfordert natürlich eine hohe Sensibilität.

Wie kann eine Digitalisierung dennoch gelingen?

Sonja Bunzeit: Zum Beispiel mit digitalen Lösungen, die erstmal unabhängig von bestehen IT-Systemen eingesetzt werden können. Somit können wir eine kurzfristige Entlastung im Alltag erreichen und schaffen eine grundlegende Akzeptanz digitaler Technologien als Unterstützung im Arbeitsalltag.

Theda Ockenga: Digitalisierung kann in unseren Augen nur dann gesund gelingen, wenn ein sinnvoller Implementierungsprozess von vornherein mitgedacht wird. Dies kann bei einem Co-Creation Ansatz anfangen, bei dem Mitarbeiter die Prozesse mitgestalten können und die Maßnahmen somit als Mehrwert und als wirkliche Entlastung wahrgenommen und integriert werden können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung während der Implementierung und eine Begleitung aller Beteiligten, bis digitale Lösungen nachhaltig im Alltag verankert sind und die Sicherheit der Nutzer im Umgang der Tools erreicht wurde.

Wie kann StellDirVor unterstützen?

Theda Ockenga: Als ersten und wichtigsten Schritt sehen wir bei StellDirVor die Aufklärung – unser Fokus liegt hierbei nicht in der Problemstellung (die meist hinreichend bekannt, wenn nicht sogar deutlich spürbar ist) sondern auf dem Aufzeigen von (konkreten) Lösungswegen. In unseren Workshops geht es dann um die Analyse des Status Quo um darauf aufbauend gemeinsam Lösungen zu entwickeln die den speziellen Anforderungen entsprechen. Bei der konkreten Ausgestaltung setzen wir sehr stark auf den „Train-the-Trainer“ Ansatz und begleiten die Unternehmen bei der Implementierung, bilden aber zudem im Prozess interne Experten aus, die die Verankerung und Implementierung der Maßnahmen langfristig und somit auch nachhaltig tragen können.

Wir freuen uns auf einen aktiven Austausch mit Ihnen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen.

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